Nachhaltigkeit

So viel Plastik – muss das sein?

Ein aktuelles, großes Thema in der Politik und in den Medien ist das Thema Plastik. Die Ozeane versinken nahezu in Plastik, Meeresbewohner und Pflanzen haben keine Chance mehr diese Fluten auszugleichen und verenden qualvoll an den ungewollten und gefährlichen Substanzen im Meer. Aber meist muss man gar nicht bis zum Meer fahren, um die Folgen der Abfallwirtschaft zu sehen. Oft reicht schon ein kleiner Spaziergang durch den Wald, der Weg zum Supermarkt oder ein Stadtbummel – überall liegt Müll. Hauptsächlich Plastik. Für mich ein ziemlich deprimierender Bestandteil des Stadtlebens, welcher mich auch daran zweifeln lässt, ob ich in so einer Umgebung wohnen möchte. Ob es auf dem Dorf wirklich besser ist, weiß ich nicht. Aber zumindest habe ich (vermutlich durch die geringere Populationsdichte) zumindest das Gefühl, dass dort weniger Müll herumliegt.

Ich bin erschrocken, wenn in den Medien davon gesprochen wird, dass es bis 2050, wenn es so weiter geht, mehr Plastik in den Meeren geben soll als Fische. Das sind 30 Jahre in denen die riesigen Ökosysteme von uns vollständig zerstört würden. Und warum? Wie gelangt der Müll überhaupt ins Meer? Ein großer Teil davon geschieht ganz bewusst.

Zu erst einmal gelangen viele der kleinen Plastikartikel durch die Wassernutzung ins Meer. Bei einem Waschgang verliert ein Fleece Pullover beispielsweise bis zu 2000 Plastikpartikel. Sie sind so klein, dass wir sie mit dem bloßen Auge nicht sehen können, sogar so klein, dass sie nicht im Sieb der Waschmaschine hängen bleiben und somit ungehindert ins Meer gelangen. Ein weiterer Plastiküberbringer: Kosmetik. Winzig kleine Plastikartikel (welche den Reinigungseffekt verstärken sollen), gelangen durch uns in die Meere. Ich wusste bis vor kurzem auch nicht, wie viel Mikroplastik eigentlich in Zahnpasta, Cremes, Shampoo und Duschgel zu finden ist. (Ein Tipp: Mit der App „Codecheck“ könnt ihr den Strichcode auf eurem Kosmetikprodukt einscannen und sehen, ob und wie viel Mikroplastik oder andere Umweltschädliche oder Gesundheitsschädliche Stoffe enthalten sind). So viel erst mal „nur“ zum relativ unbewusstem Part, den wir dazu beitragen. Er macht allerdings auch den Größten Teil aus. Erschreckend und auch unappetitlich finde ich außerdem, dass Fische, welche zum Verzehr angeboten werden ebenfalls Mikroplastik im Magen enthalten. Durch den Verzehr gerät das Plastik wieder zurück ins Meer – das ist ein Teufelskreis. Aber ganz ehrlich, möchte man mit diesem Wissen überhaupt noch Fisch essen?

Plastiik1

 

Hinzu kommt die Umweltverschmutzung durch das bewusste Handeln: Abfall wird einfach so in der Umwelt entsorgt: Strände werden als Müllkippe genutzt, Flüsse dienen dazu mal eben die leer getrunkene Plastikflasche zu entsorgen und auch so gelangt der Müll auf direktem Wege ins Meer. Im Urlaub habe ich mir jeden Morgen ein bisschen Zeit für ein Beach Clean-Up genommen. Den Hund hat’s gefreut, er konnte so lange ganz ungestört den Strand erkunden und sich Schritt für Schritt seiner Angst vor der Ostsee stellen. Und wie viele Zigarettenstummel, Eisstiele, Plastikflaschen und Tüten ich in der Zeit aufgesammelt habe, wollt ihr gar nicht wissen. Aber es tat gut – nicht nur mir und dem Hund, sondern vor allem auch meiner Umwelt.

Weitere große Müllmengen gelangen beispielsweise auch durch Schiffe und Fischfang in die Meere. Zwar ist es natürlich weltweit verboten vorsätzliche Müllentsorgung im Wasser zu betreiben, jedoch passiert es leider immer wieder, dass Containerschiffe Ladungen verlieren oder sie absichtlich im Wasser entsorgen. Auch Fischernetze und andere Angel-Gerätschaften werden häufig im Meer entsorgt, nachdem das Meer den Anglern das gegeben hat was sie wollten.

Zigarette

Und was können wir als Einzelne/r tun?

Zur Zeit lese ich das Buch „Statt Plastik: Schöne Sachen zum Selbermachen – das Ideenbuch für Einfälle statt Abfälle von Jutta Grimm. Ich hoffe, ich kann Euch bald noch viel mehr zum Thema Plastik und Plastikvermeidung erzählen und so ein paar Tipps an Euch weitergeben.. 🙂 Aber hier erstmal das, was ich schon weiß:

  1. Plogging / Beach Clean Up: Beim Spaziergang im Wald oder am Strand nebenbei Gutes tun. Macht Euch mit einer Mülltüte auf den Weg und sammelt ein, was ihr finden könnt. Es macht nicht nur Spaß, sondern hilft der Umwelt enorm. Im besten Fall regt ihr dadurch sogar andere Menschen an, den Müll nicht in der Natur zu entsorgen.
  2. Auf Kosmetik mit Mikroplastik verzichten: Schaut einfach über die APP Codecheck, welche Kosmetikprodukte in Frage kommen.
  3. Wenn ihr Fleecejacken, Sportklamotten oder andere Kleidung mit Polyesteranteil wascht, nutzt sogenannte Guppybags: Diese enthalten eine Mikroplastik Filterfunktion und verhindern somit, dass Mikroplastik über das Abwasser ins Meer gelangt.
  4. Nutzt außerdem biologisch abbaubares Waschpulver oder noch besser: Macht euer Waschpulver selbst. So wisst ihr genau, was drin ist und könnt sich sein, dass die Umwelt nicht durch Schadstoffe belastet wird.
  5. Schützt die Umwelt, indem ihr generell weniger Plastik nutzt. Einkäufe auf dem Wochenmarkt können beispielsweise eine wirklich günstige und plastikfreie Alternative zum Supermarkt sein. Nutzt für den Einkauf Jutebeutel, Rucksäcke und Einkaufsnetze und verschwendet keine Plastiktüten für den Transport. Auch ein großer Sparfaktor (für Ressourcen und den Geldbeutel) sind Glasflaschen statt Plastikflaschen und wenn die Wasserqualität in eurer Region es zulässt sogar Leitungswasser statt gekauftes Wasser.

 

2 Gedanken zu „So viel Plastik – muss das sein?“

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