Nachhaltigkeit

Graspapier: Die ressourcenschonende Variante

Dieser Blogbeitrag enthält Werbung für die Grasdruckerei.

Heute möchte ich Euch gerne ein Start-Up aus Stuttgart vorstellen, auf das ich neulich durch Zufall gestoßen bin: Die Grasdruckerei.

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Mein Musterpaket von der Grasdruckerei. Vielen Dank!

Ich bin schon seit längerem am Überlegen, wie man Papier sparen kann und somit die Waldabholzung eingrenzen könnte. Gerade im Studium bin ich nahezu täglich damit konfrontiert, lange Skripte und Texte ausdrucken zu müssen. Teilweise wird es von den Dozierenden „wärmstens empfohlen“ sich zu Anfang des Semesters alle Folien einmal auszudrucken, um in den Vorlesungen gut mitarbeiten zu können. Ich versuche dem jetzt schon seit längerer Zeit zu „trotzen“, denn ich habe für mich einfach gemerkt, dass es gar keinen großen Mehrwert hat, wenn ich das Papier ausgedruckt vor mir liegen habe und es mir vor allem viel zu teuer, viel zu schwer und der größte Faktor: viel zu verschwenderisch ist. Also habe ich in den letzten Semestern fleißig meine Texte auf dem Tablet gelesen und nahezu gar nichts mehr ausgedruckt. Aber leider geht das eben nicht immer – und gerade bei sehr komplexen Themen ist es am Ende fürs erfolgreiche Lernen manchmal nicht machbar, gar nicht mehr zu drucken. Bevor ich zur Grasdruckerei komme, möchte ich Euch aber erst mal ein paar Fakten zum Papierverbrauch in Deutschland aufzeigen:

Im Jahr werden ca. 440 Millionen Tonnen Papier produziert. Für dieses werden auf der ganzen Welt Wälder abgerodet und Bäume, die jahrzehntelang gewachsen sind, werden in kürzester Zeit abgeholzt. Vielen Tieren und Arten wird in wenigen Sekunde ihre Existenzgrundlage genommen, was zum Teil zu Folge hat, dass Arten vom aussterben bedroht sind.

Deutschland ist auch hier leider wieder ganz vorn mit dabei: Als viertgrößter Papierproduzent weltweit und leider auch als mit größter Papierverbraucher. Insgesamt verwenden wir in Deutschland mehr Papier als Afrika und Südamerika gemeinsam. Der Pro Kopf Verbrauch liegt dabei bei etwa bei 253 Kilogramm pro Jahr (Bücher, Blöcke, Zeitungen, Büro usw.) und so schießt natürlich auch die Müll bzw. Altpapierproduktion in die Höhe. Hier haben wir Weltmeistercharakter!

Ein Muss um diese Zahlen einigermaßen eingrenzen zu können: Recyclingpapier. Es wird zu 100% aus Altpapier hergestellt und bietet sich somit als ressourcenschonende Alternative zum Primärfaserpapier an. Um Recyclingpapier für den Gebrauch (gerade in Unternehmen) attraktiver zu gestalten wird zwar ein aufwendiges Bleichverfahren verwendet, damit ein hoher Weißegrad erreicht wird, aber dennoch ist es eine umweltschonende Alternative zum Primärfaserpapier. Die Belastung ist im Allgemeinen viel kleiner:

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Quelle: Jupp Trauth, Forum Ökologie & Papier

Eine hervorragende Alternative: Graspapier. In Deutschlands erster Grasdruckerei, einem Start-Up Unternehmen in Stuttgart, ist das seit einiger Zeit möglich. Gras ist in Umengen da, wächst schnell nach und kann ganz ohne aufwendige, chemische Verfahren und ohne den Einsatz von Trinkwasser in Papier aufbereitet werden.

Landet dieses Papier in der Umwelt ist es zu 100% biologisch abbaubar. Im Gegensatz zu Plastikverpackungen, welche ca. 450 Jahren brauchen, um sich  in der Natur zu zersetzen (sich eigentlich aber nur in kleine Mikroplastikpartikel trennt), können Verpackungen aus Graspapier schnell und zu 100% recycelt werden.

Die Grasdruckerei hat mir ein Musterpaket zukommen lassen und ich bin total begeistert. Das Papier sieht nicht nur toll aus, es fühlt sich auch sehr angenehm an, ist viel robuster als normales Papier und es riecht einfach toll! Meiner Meinung nach eine tolle Möglichkeit wieder einen kleinen Schritt im Privatgebrauch zu verändern und somit großes in der Umwelt zu verändern! Danke an das tolle Team der Grasdruckerei 🙂

Und was können wir als Einzelne/r tun?

  • Verzichtet komplett auf Primärfaserpapier und achtet auch beim Kauf von Toilettenpapier, Schreibblöcken, Heften und Büchern darauf, dass diese zu 100% aus Recyclingpapier bestehen.
  • Bestellt Euch doch mal ein Musterpapier bei der Grasdruckerei und macht Euch selbst einen Eindruck, ob ihr es im Privatgebrauch nutzen möchtet. Für meinen privaten Drucker werde ich das definitiv machen!
  • Denkt immer vorher einmal drüber nach, ob ihr Texte oder E-Mails wirklich ausdrucken müsst oder ob es Alternativen gibt. Oft landet es später im Müll..

 

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Was riecht denn hier so gut? Die Grasdruckerei hat mir eine Probe ihrer verwendeten Ressourcen zugeschickt. Einen kleinen Beutel mit Gras 🙂

3 Gedanken zu „Graspapier: Die ressourcenschonende Variante“

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